Die erste Untersuchung bei der Frauenärztin

Vielleicht warst du noch nie oder schon lange nicht mehr bei der Frauenärztin. Hier sind einige Dinge, die du auf jeden Fall beachten solltest:

Wann solltest du zur Frauenärztin gehen?

Die Untersuchung

Die Frauenärztin wird vor der Untersuchung mit dir ein Gespräch führen. Das kann manchmal sehr kurz sein, sollte aber folgende Punkte beinhalten:

Wenn die Ärztin dich alles gefragt hat, was sie wissen muss und du dir alle Informationen geholt hast, die du haben wolltest, wird sie dich zur Untersuchung auf den gynäkologischen Stuhl bitten.
Dafür solltest du deinen Unterkörper freimachen, die Unterhose ausziehen, dich auf den gynäkologischen Stuhl setzen, die Füße in die steigbügelartigen Stützen stellen und die Beine spreizen. Versuch dich so gut wie möglich dabei zu entspannen.
Diese Situation auf dem gynäkologischen Stuhl ist für viele Frauen und Mädchen unangenehm. Da ist einerseits die Scham, vor einer Fremden nackt zu sein und andererseits die Angst davor, was die Frauenärztin machen wird. Möglicherweise glaubst du auch, schlecht zu riechen. Es ist dir vielleicht auch unangenehm, die Regel oder Ausfluss zu haben.
Für dich ist die gynäkologische Untersuchung (vor allem das erste Mal) etwas ganz besonderes. Für die Ärztin, die mehrmals am Tag Frauen und Mädchen untersucht, ist es Bestandteil ihrer Arbeit. Die Untersuchung erfolgt normalerweise in vier Schritten.

Die Untersuchung des äußeren Genitalbereichs

Die Ärztin untersucht, ob Schamlippen und Klitoris normal angelegt sind und wie das Jungfernhäutchen aus sieht. Dabei trägt sie Handschuhe und berührt diese Bereiche mit den Fingern.

Die Untersuchung der Scheide

Die Scheide (Vagina) hat eine röhrenähnliche Form, deren Wände sich aneinander anschmiegen, wenn du sitzt oder liegst. Aus diesem Grund muss die Ärztin die Scheidenwände ein wenig auseinanderhalten, um die Untersuchung durchführen zu können. Dazu verwendet sie spezielle Instrumente, sogenannte Spekula. Diese gibt es in verschiedenen Größen und Formen, so dass auch Mädchen, die noch Jungfrau sind, untersucht werden können, ohne das Jungfernhäutchen zu verletzen.
Wenn du Schmerzen spürst, sage es sofort der Ärztin.
Während dieser Untersuchung wird oft auch der Krebsabstrich abgenommen; das ist eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung gegen Gebärmutterhalskrebs, die jährlich durchgeführt werden sollte. Dabei nimmt die Ärztin mit einem langen Wattestäbchen oder einer schmalen Holzspatel etwas Sekret von Gebärmuttermund ab. Manche Frauen empfinden das als unangenehm, andere spüren überhaupt nichts. Das Sekret wird im Labor untersucht.
Scheidensekret wird auch dann entnommen, wenn du Ausfluss oder andere Beschwerden hast.

Die Untersuchung der inneren Geschlechtsorgane

Diese Untersuchung macht die Ärztin ohne Hilfe von Instrumenten, nur mit ihren Händen. Sie gibt etwas Gleitgel auf den Handschuh der einen Hand und legt einen oder zwei Finger in die Scheide. Mit der anderen Hand tastet sie die Bauchdecke ab, fühlt die Lage und Größe der Gebärmutter und der Eierstöcke. Wenn du bei dieser Tastuntersuchung Schmerzen spürst, solltest du es der Ärztin gleich mitteilen; das könnten unter Umständen wichtige Krankheitszeichen sein. Damit ist die Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl beendet; du kannst dich wieder anziehen, solltest aber für die Abtastung der Brust den Oberkörper frei machen.

Die Untersuchung der Brust

Die Ärztin untersucht deine Brüste und Achselhöhlen mit beiden Händen; sie tastet, ob sich das Gewebe deiner Brust normal anfühlt. Dies ist eine Vorsorgeuntersuchung gegen Brustkrebs und sollte bei jedem Besuch durchgeführt werden. Sie sollte dir auch zeigen, wie du deine Brust selbst untersuchen kannst.

Hier findest du eine Darstellung, wie du deine Brust untersuchen sollst: Brustuntersuchung »